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Eine Simulation zeigt den künftigen Großprofil-Zug der Baureihe J am U-Bahnhof Alexanderplatz

Die Zukunft steht in den Startlöchern

Die Hauptstadt wächst und wir wachsen mit. Für die neue U-Bahngeneration wurde ein Rahmenvertrag zwischen der BVG und dem Schienenfahrzeughersteller Stadler abgeschlossen. Mit einem Gesamtbudget von rund drei Milliarden Euro und einem Lieferumfang von bis zu 1.500 Wagen handelt es sich um die größte Fahrzeugbeschaffung in der Geschichte der BVG.

Aus Berlin für Berlin

Der Liefervertrag ermöglicht dank einer Kombination aus festgelegten Mindestabnahmemengen und Rahmenvertragsmengen sowohl Planungssicherheit als auch die nötige Flexibilität. Mit der Möglichkeit des Abrufs bis 2030 können wir mit den aus den Abrufen resultierenden Lieferungen auf die bis 2035 zu erwartenden Entwicklungen des Verkehrs reagieren. Produziert werden die Wagen in Berlin Pankow. Begleitend zur Lieferung der Züge übernimmt Stadler auch die Ersatzteilversorgung über eine Laufzeit von 32 Jahren.
Im Herbst 2022 werden die ersten 24 Testfahrzeuge erwartet, jeweils 12 Wagen der Reihen J und JK. Nach einem intensiven Testbetrieb, diversen Prüfungen und der Typ-Zulassung startet Ende 2023/Anfang 2024 die Serienlieferung. Die U-Bahnflotte wird bis 2035 um rund ein Drittel wachsen und das Angebot für die Fahrgäste wird deutlich ausgeweitet: Bis zum Jahr 2030 ist eine Taktverdichtung auf den Stammstrecken vorgesehen. Das bedeutet mehr Kapazitäten, häufigere Fahrten und weiterhin hohe Zuverlässigkeit der BVG.
Eine Simulation zeigt die neue U-Bahnflotte der BVG: links den Kleinprofilzug JK, rechts den Großprofilzug J.
Die neue Flotte Historisch bedingt existieren in Berlin zwei U-Bahnsysteme nebeneinander: Das ältere Kleinprofil der U-Bahnlinien 1-4 (Züge ca. 2,40 m breit) und das jüngere Großprofil der U-Bahnlinien 5-9 (Züge ca. 2,65 m breit). Die Beschaffung von zwei Baureihen J (Großprofil) und JK (Kleinprofil) aus einer Hand bietet sowohl wirtschaftliche als auch betriebliche Vorteile: Viele Bauteile der Groß- und Kleinprofilzüge sind identisch, was sowohl die Produktion als auch die zukünftige Instandhaltung der U-Bahnen in den Werkstätten erleichtert. Aktuell besteht die U-Bahnflotte aus verschiedenen Baureihen, die nur teilweise untereinander kompatibel sind. Durch die große Anzahl baugleicher Züge erhöht sich die Kompatibilität und damit die betriebliche Flexibilität innerhalb der U-Bahnflotte. Zudem ermöglicht die Kombination aus End- und Mittelwagenpärchen unterschiedliche Zuglängen und -konfigurationen je nach Verkehrsbedarf. Alle neuen Züge bieten einen barrierefreien Einstieg sowie Mehrzweckabteile mit Raum für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste.
Großprofil (J): Von voraussichtlich Ende 2023 bis 2025 werden die ersten 236 Wagen für das Großprofil geliefert. Die Baureihe J besteht aus einer Kombination von End- und Mittelwagen, aus denen durchgängige Zwei-, Vier- und Sechs-Wagen-Fahrzeuge gebildet werden. Die U-Bahnen bieten den Fahrgästen geräumige Mehrzweckbereiche in den Endwagen sowie ein großes Sitzplatzangebot in den Mittelwagen. Je drei Türen pro Fahrseite und große Türauffangbereiche gewährleisten zudem einen schnellen Fahrgastwechsel.
Eine Simulation zeigt den künftigen Kleinprofil-Zug der Baureihe JK am U-Bahnhof Olympiastadion
Kleinprofil (JK): In einem ersten Abruf werden 140 neue Wagen Ende 2023 bis 2025 für das Kleinprofil bereitgestellt. Bei der Baureihe JK sind dank der modularen Bauweise durchgängige Zwei- oder Vier-Wagen-Fahrzeuge möglich, aus denen wiederum auch Sechs- oder Acht-Wagen-Zügen gekuppelt werden können. Die überwiegend durchgängigen Zugeinheiten bieten unseren Fahrgästen viel Platz und vermitteln ein gutes Sicherheitsgefühl. Die Wagen der Baureihe JK besitzen jeweils zwei Türen pro Seite. In den hellen und freundlichen Fahrgasträumen kommt ein modernes Fahrgastinformationssystem in Echtzeit zum Einsatz.
Ein 1:1-Modell der neuen U-Bahn-Baureihe JK steht im Deutschen Technikmuseum

1:1-Modell für den Praxistest

Die Konstruktion der neuen U-Bahn-Züge ist im Detail noch nicht abgeschlossen. Die BVG arbeitet aktuell mit einem 1:1-Modell der neuen Baureihe JK, bestehend aus einem weitgehend funktionsfähigen Fahrerstand sowie einem teilfunktionsfähigen Fahrgastraum, der zum Beispiel auch Türen und Licht enthält. Das sogenannte Mockup dient für Tests zur endgültigen Festlegung des Designs sowie der Ausstattungsdetails.
  • Unsere U-Bahnen? Schon jetzt eine große Nummer:

    1.300

    Wagen zählt die aktuelle U-Bahnflotte

  • Wir investieren in die Zukunft:

    1.500

    Wagen können im Rahmenvertrag maximal abgerufen werden

  • Drunter machen wir’s nicht:

    606

    Wagen werden mindestens geliefert

  • Klein, aber oho:

    440

    Kleinprofil-Wagen werden maximal geliefert

  • Großspuriges Auftreten erwünscht:

    1.060

    Großprofil-Wagen können geliefert werden

  • Strenger Zeitplan:

    2035

    ist die letzte mögliche Lieferung, bis 2030 können Abrufe aus dem Rahmenvertrag erfolgen