Berliner Straßenbahn mit langer Tradition

Berliner Straßenbahn mit langer Tradition

Eine Pferde-Straßenbahn zwischen dem Brandenburger Tor und Charlottenburg eröffnete 1865 das Erfolgsmodell der Berliner Straßenbahn. Ab 1881 kamen auch elektrisch betriebene Fahrzeuge zum Einsatz, und seit 1902 sind alle Berliner Straßenbahnstrecken elektrifiziert. Seit 1929 fahren sie unter dem Betrieb der BVG.

Abbau im Westen und Ausbau im Osten

Nach dem 2. Weltkrieg entschied man sich in West-Berlin für den Rückbau des Straßenbahnnetzes; 1967 fuhr die letzte Bahn der Linie 55. Im Ostteil der Stadt setzten die Verantwortlichen dagegen auf den Ausbau des Netzes und die Modernisierung des Wagenparks. Nach der Deutschen Einheit stellte der Berliner Senat 1993 ein Konzept für die Berliner Straßenbahn auf, das ihr den Erhalt und den weiteren Ausbau zusicherte.

Das Berliner Straßenbahnkonzept von 1993

Im Straßenbahnkonzept des Jahres 1993 stellte der Senat Grundsätze bezüglich Ausbau und Modernisierung der Straßenbahn auf. Damit wurden die Grundlagen für die zukünftige Entwicklung der Straßenbahn in Berlin geschaffen. Langfristig wurde ein hundertprozentiger Niederflurstraßenbahnbetrieb angestrebt. Das aufgestellte Ziel der Erweiterung des Straßenbahnnetzes umfasste den Wiederanschluss des alten Berliner Zentrums im Bezirk Mitte, die Verdichtung des Netzes in den Innenstadtbezirken, die Anbindung der Straßenbahn an Fern- und Regionalbahn, sowie S- und U- Bahn, die Ausdehnung in westliche Bezirke und die Anbindung neuer Wohn- und Gewerbegebiete.

Modernisierung und Barrierefreiheit

Zwar wird die Zahl der Fahrzeuge seit 1993 reduziert, jedoch kommen seitdem mehr moderne Züge zum Einsatz. 1995 überquerte die erste planmäßig fahrende Straßenbahn wieder die ehemalige innerstädtische Grenze zwischen Mitte und Wedding. Bis 2017 soll die Straßenbahn durchgängig barrierefrei mit Niederflurfahrzeugen unterwegs sein, die hochflurigen Tatra-Wagen sollen bis dahin Schritt für Schritt aus dem Verkehr gezogen werden.