Barrierefrei mit der BVG durch Berlin

Du bist mit dem Rollstuhl oder dem Rollator unterwegs? Du hast eine Sehbehinderung und willst wissen, wie du dich in Bus und Bahn orientieren kannst?

In unseren FAQs beantworten wir dir die wichtigsten Fragen.

Alle praktischen Informationen zum barrierefreien Reisen in Berlin findest du auch in unserem Flyer Barrierefrei 2020 (pdf) zum Download oder Flyer Barrierfree 2020 (pdf) (englische Version).

FAQ 

Wie plane ich eine barrierefreie Route? 

In unserer BVG Fahrinfo kannst du die Möglichkeit „voll barrierefrei“ wählen. Dann werden dir alle barrierefreien Bahnhöfe angezeigt. Die Möglichkeit „bedingt barrierefrei“ zeigt alle Bahnhöfe mit Fahrtreppen. Außerdem kannst du die Länge der Fußwege auswählen.
Die Fahrinfo gibt es auch als App für das Handy. Hier findest du die Fahrinfo-App zum Download.

Woher weiß ich, ob ein Bahnhof barrierefrei ist? 

Alle barrierefreien Bahnhöfe sind im Liniennetz mit einem Aufzug gekennzeichnet. An manchen Bahnhöfen können die Bahnsteige über Rampen stufenlos erreicht werden. Sie erkennt man am Rampenzeichen.

Wo finde ich im U-Bahnhof Unterstützung oder Informationen? 

Du kannst die Informations- und Notrufsäulen nutzen. Sie haben drei Tasten. Drücke die rote Taste, wenn du Hilfe brauchst. Drücke die gelbe Taste, wenn du eine Information benötigst. Bist du mit dem Rollstuhl unterwegs, kannst du die blaue Taste nutzen. Sie ist gut erreichbar. Hast du sie gedrückt, bekommst Informationen oder Hilfe. Mehr zur Informations- und Notrufsäule gibt es auch im Flyer Barrierefrei (pdf).

Was muss ich beachten, wenn ich mit dem Rollstuhl in die U-Bahn einsteigen will? 

Wenn du zum Einsteigen eine Rampe brauchst, stelle dich dort auf, wo der erste U-Bahnwagen hält. Du erkennst die Stelle normalerweise am großen Spiegel auf dem Bahnsteig. Gib‘ der Fahrerin oder dem Fahrer ein Zeichen. Dann wird dir die mobile Klapprampe, die es an allen barrierefreien Bahnhöfen gibt, ausgeklappt. Sage auch gleich, wo du aussteigen möchtest. 

Woher weiß ich, ob mein Aufzug funktioniert? 

Auf der Seite der BVG-Aufzugsstörungen gibt es Informationen zu den Aufzugsstörungen der U-Bahn.
Informiere dich auf https://www.brokenlifts.org über aktuelle Aufzugstörungen der U- und S-Bahn.

Kann ich mit dem Rollstuhl Straßenbahn fahren? 

Ja! Auf allen Linien fahren barrierefreie Bahnen. Das Rollstuhlsymbol an der Tür zeigt dir, wo du barrierefrei einsteigst. Der Einstieg kann an der ersten oder an der zweiten Tür sein. Die barrierefreien Fahrzeuge haben Rampen oder Hublifte, die vom Fahrer oder von der Fahrerin bedient werden. So kannst du auch dann ein- und aussteigen, wenn die Haltestelle nicht barrierefrei ist.

Welche Tipps gibt es für das Aussteigen mit dem Rollator? 

Am sichersten ist es, rückwärts auszusteigen. Halte dich am Griff neben der Tür fest und stelle erst beide Beine auf den Weg. Ziehe dann den Rollator nach. Wenn du dich unsicher fühlst, bitte andere Fahrgäste oder die Fahrerinnen und Fahrer um Hilfe. Eine genaue Anleitung zum Ein- und Aussteigen findest du im Flyer Barrierefrei (pdf).

Wie stelle ich mein Hilfsmittel sicher in Bus und Bahn ab? 

Es gibt Stellplätze für Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen. Dort ist Platz für dein Hilfsmittel. Vergiss nicht, die Bremsen festzuziehen und halte dich während der Fahrt gut fest. Mit dem Rollstuhl fährst du rückwärts am sichersten. Mehr Informationen gibt es im Flyer Barrierefrei (pdf).

Wie zeige ich dem Fahrpersonal, dass ich Hilfe beim Ein- oder Ausstieg brauche? 

Stelle dich gut sichtbar an der Haltestelle oder am Bahnsteig auf und gib ein Zeichen. Sage dem Fahrer oder der Fahrerin, welche Hilfe du brauchst. Wenn Sprechen dir schwerfällt, kannst du eine Karte zeigen, auf der steht, welche Hilfe du brauchst und wo du aussteigen willst.

Was tue ich, wenn der Stellplatz belegt ist? 

Sprich mit den anderen Fahrgästen. Vielleicht können sie Platz machen. In schwierigen Situationen hilft auch unser Fahrpersonal.

Was kostet eine Fahrt mit einer Schwerbehinderung? 

Deine Gehhilfen, Rollstühle und andere Hilfsmittel kannst du kostenlos mitnehmen. Wenn du einen Schwerbehindertenausweis mit einer gültigen Wertmarke hast, ist die Fahrt für dich und eine Begleitperson auch kostenlos. Informationen zum Schwerbehindertenausweis findest du beim Versorgungsamt.

Kann ich mein Elektromobil im Nahverkehr mitnehmen? 

Grundsätzlich ja. Es gibt dafür einige Bedingungen: Du benötigst das Elektromobil als Hilfsmittel. Das Elektromobil wiegt mit dir zusammen und Gepäck insgesamt nicht mehr als 350 kg. Es darf höchstens 1 Meter 20 lang sein. In manchen Straßenbahnen darf das Elektromobil nur 1 Meter 10 lang sein. Diese Straßenbahnen erkennst du am Rollstuhlsymbol an der 1. Tür. Das Elektromobil muss 4 Räder haben und auf dem Rollstuhlstellplatz längs zur Fahrtrichtung stehen. Du musst mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzen. So ist die Fahrt für dich und deine Mitreisenden sicher. 

Der Bus & Bahn Begleitservice des VBB 

Du fühlst dich mit Begleitung in Bus und Bahn wohler? Oder du hast eine Behinderung und möchtest nicht allein mit Bus und Bahn fahren? Dann buche den individuellen Bus & Bahn Begleitservice des VBB. Er ist kostenlos und individuell bestellbar. Weitere Informationen findest du hier oder unter der Telefonnummer (030) 346 49 940.

Mobilitätstrainings 

Du möchtest üben, wie du mit dem Rolli in den Bus oder die Bahn einsteigst? Du brauchst einen Rollator und möchtest im Nahverkehr sicherer werden? Du möchtest dich austauschen und Tipps zum barrierefreien Nahverkehr bekommen? Dann komm zu unseren Mobilitätstrainings.

Für das Jahr 2020 haben wir alle Termine des Mobilitätstrainings abgesagt

Deine Gesundheit ist uns wichtig! Unsere Mobilitätstrainings sind immer gut besucht. Allerdings stellen Treffen in größeren Gruppen wegen der Corona-Pandemie nach wie vor ein Risiko dar. Aufgrund der derzeit geltenden Sicherheitsbestimmungen müssen wir deshalb alle Mobilitätstrainings in diesem Jahr absagen. Wir hoffen, dass wir 2021 die Mobilitätstrainings wieder wie gewohnt stattfinden lassen können. Über die einzelnen Termine informieren wir rechtzeitig.
 
Gern kannst du dich an den Bus & Bahn-Begleitservice des VBB wenden. Dieser organisiert individuelle Begleitungen und unterstützt dich, wenn du dich im ÖPNV unsicher fühlst.
 
Wertvolle Hinweise und Tipps zum Thema „mobil mit Mobilitätseinschränkung“ finden sich auch im aktuellen Flyer Barrierefrei (pdf), der zum Download zur Verfügung steht.

Zahlen, Daten, Fakten zur Barrierefreiheit 

BVG U-Bahnhöfe 

1986: Zwei Aufzüge in ganz Berlin 

2020: 75 % der 173 U-Bahnhöfe sind stufenlos zu erreichen, 70 % haben ein Blindenleitsystem. Bis 2022 sollen nahezu alle Bahnhöfe barrierefrei sein. Mehr dazu finden Sie im aktuellen Nahverkehrsplan des Landes Berlin

BVG Haltestellen 

Es gibt 803 Straßenbahnhaltestellen in Berlin. Davon sind mehr als 530 barrierefrei. Das sind rund 70 %. 

Es gibt nahezu 6500 Bushaltestellen in Berlin. Nicht alle sind barrierefrei. Trotzdem können Fahrgäste im Rollstuhl einsteigen, denn alle Busse haben Rampen.  

Eine barrierefreie Bushaltestelle ist mindestens 16 cm hoch. Sie hat ein Blindenleitsystem.  

Seit 2020 testen wir eine Bushaltestelle, die 22 cm hoch ist. Hier braucht ein Fahrgast im Rollstuhl zum Einsteigen keine Rampe mehr.

Fahrzeuge 

Alle neueren U-Bahnwagen sind ebenerdig zugänglich. Das sind bereits 40 %. Alle älteren Wagen sind mit Rampen barrierefrei zu erreichen. 

Auf allen Linien der Straßenbahn fahren barrierefreie Fahrzeuge. Sie haben Rampen und viel Platz. Einige Fahrzeuge mit Stufen fahren noch, wenn viel los ist. 

Seit 2009 sind alle Busse der BVG barrierefrei. 

Alle motorisierten Fähren sind barrierefrei. 

Barrierefreiheit 2030: Neue Herausforderungen 

Informationen und Orientierung für alle 

Bei der BVG arbeiten wir jeden Tag daran, Barrieren zu beseitigen. Wir vereinfachen zum Beispiel das Hinweissystem in U-Bahnhöfen. Jeder Fahrgast soll seine Wege möglichst intuitiv und automatisch finden können. Wir sorgen dafür, dass Informationen gleichzeitig sichtbar und hörbar sind. Das sogenannte Zwei-Sinne-Prinzip ermöglicht es gehörlosen Menschen, Informationen zu sehen, und blinden Menschen, Informationen zu hören. Auch digitale Barrierefreiheit ist uns wichtig. Die BVG-Apps werden stetig verbessert und bei Apps wie der Fahrinfo-App wird Barrierefreiheit selbstverständlich mitgedacht.

Projekte mit Zukunft – hier gibt es weitere Informationen